Nordpol. Südpol. Westpol. Punkt.

Schaumburger Jungs schreiben „Die Geschichten vom Leben“

Wovon ernähren sich die Poprockstars von heute? Von Babybrei aus Gläsern. Ja, kein Witz.

Nicht zu empfehlen ist die Sorte „Spaghetti Bolognese“. Sagt Fabian, Gitarrist bei der Band Westpol. aus Obernkirchen. Zur Truppe gehören außerdem die beiden Brüder Yannic (Gesang & Gitarre) und Leon Klaus (Songwriting & Schlagzeug) sowie Jan Lütje (Bass). Die vier Musiker haben kürzlich ihre neue EP bei Profund Studios Rinteln aufgenommen.Text/Fotos/Video (c) Sandra Walschek

Ich habe die Jungs einen Tag lang begleitet. Entstanden sind auch ein paar Bewegtbilder aneinandergereiht in diesem kleinen Video:

Made in Schaumburg
Unbekannt sind die Jungs in Schaumburg und Umgebung nicht: Sie spielten bereits bei den Weserliedern in Minden, bei der Osterrocknacht in Bückeburg, beim Barbarossafest Obernkirchen und waren beim Emergenza Bandcontest in der „Faust“ Hannover dabei.

Und die Frau Rostock, besser bekannt als Jennifer Weist von „Jennifer Rostock“ hat bei den Jungs auch schon mal durchgeklingelt. „Sie hätte uns gern als Vorband gehabt“, erzählt Leon.

Sein wie man ist

„Ich leb mein Leben leise, in einer stillen Art und Weise“. Der Moment ist geprägt von Glück“, singt Leon.

Der Jüngste (16 Jahre) in der Band ist auch der Songwriter und für die tiefgründigen Zeilen von Westpol. zuständig. „Ich persönlich muss nicht immer im Vordergrund stehen. Jeder darf so sein, wie er ist“, erklärt Leon den Songtext von „Leise“. Ob ein Song gut ist, weiß er, wenn seine 3-Tage-Regel glückt: „Hört es sich nach drei Tagen noch genauso gut an, dann weiß ich, es war keine Schnapsidee.“ Auf der neuen EP „Die Geschichten vom Leben“ wird neben dem gewohnt pop-rockigen Westpol.-Sound ein Klavierstück zu hören sein und mit „Rebell“ erstmals auch ein härterer Ton.

„Es geht um die Fragen: Wer bin ich und wo gehe ich hin?“, sagt Leon.

Schublade auf
Obwohl ihr typischer Sound und die oft schmachtenden Balladen den aktuellen Trend der Poprock-Nachwuchsbands aufgreifen, wollen sich Westpol. in keine Schublade stecken lassen. „Das ist immer so klischeehaft, wir nehmen einfach auf, worauf wir gerade Bock haben“, sagt Yannic, der Fan von Volbeat und Coldplay ist. Während Leon auf Independent-Bands steht, hört Fabian lieber Rap und Electro, Jan gibt sich Battle-Rap und auch mal Mainstream. Und Castingshows? Kommen nicht in Frage. „Wir freuen uns über Feedback sind aber nicht Geld-geil“, sagt Jan. Zu Contests melden sich Westpol. meistens auf den letzten Drücker an – so auch bei „Made in Schaumburg 2015“. „Wir dachten, ja cool, dann können wir einfach mal wieder zusammen spielen“, erzählt Leon.

Unverwechselbar
Bei Profund Studios Rinteln von Robert Pflug konnten die Jungs nun als „Siegprämie“ ihre neue EP aufnehmen – kostenlos. Insgesamt zehn Tage waren Westpol. am Werk. Ein normaler Studiotag bei Pflug kostet 500 Euro.

Was sagt der Fachmann?

„Westpol. hat etwas Unverwechselbares. Es gibt zwar viele junge Leute, die Musik machen, aber nur wenige Bands mit Zusammenhalt“, sagt Robert Pflug.

Doch in Schaumburg haben sie es trotzdem nicht einfach: „Die Leute stehen mehr auf Komasaufen, als dass sie lokale Veranstaltungen besuchen“, sagt Leon. Oft lohnen sich Konzerte in der Heimat nicht. Die Ü60-Gesellschaft können Westpol. in den meisten Fällen nämlich nicht mehr begeistern, außer indem sie die Lautstärke runterdrehen. Was Schaumburg fehlt, sind junge Menschen, die den einen oder anderen Euro bei heimischen Events lassen und die Nachwuchsmusiker unterstützen.

Besucht Westpol. doch mal auf ihrer Facebook-Fanpage und hinterlasst ein Like.

Über „Made in Schaumburg“
Seit 1997 veranstaltet Robert Pflug mit Studiopartner André Käswurm den Bandcontest „Made in Schaumburg“ etwa alle drei bis vier Jahre. „Damit neue junge Leute nachreifen können“, begründet Pflug.

Unterstützt wird das Ganze von der Sparkasse Schaumburg und der Schaumburger Landschaft.

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